Ein Studium macht niemanden zur Elite.
Der Artikel suggeriert, dass der Landtag ein „Parlament der Eliten“ sei, weil viele Abgeordnete studiert haben. Diese Sicht greift zu kurz – selbst wenn man davon ausgeht, dass jeder, der ein Studium in seiner Vita aufführt, dieses auch mit einem Hochschulabschluss beendet hat.
Mein Vater war gelernter Metzger. Meine Großeltern führten auf Norderney ein kleines Hotel, das in den 1980er-Jahren wirtschaftlich kaum über Wasser gehalten werden konnte. Meine Schwester und ich sind die ersten Akademiker in unserer Familie.
Seit meinem 16. Lebensjahr verdiene ich mein eigenes Geld. Als meine Mutter schwer an Multipler Sklerose erkrankte, war ich 19 Jahre alt. Später habe ich neben meinem Beruf und der Betreuung meiner kleinen Kinder meine Mutter und meine Schwiegermutter gepflegt. Vor meinem Einzug in den Niedersächsischen Landtag habe ich 30 Jahre Berufserfahrung gesammelt.
Ist das „Elite“? Oder ist es vielmehr die Lebensrealität vieler Menschen, die sich ihren Weg mit Fleiß, Verantwortung und harter Arbeit selbst erarbeitet haben?
